Seins wird meins: die echte Boyfriend-Jeans

In regelmäßigen Abständen durchforste ich unseren Schrank nach Kleidungsstücken, die schon lange nicht mehr getragen wurden. Manchmal landen sie bei Kleiderkreisel, manchmal muss was repariert oder geändert werden, manchmal landen sie auf dem Näh-Rohstoff-Stapel und manchmal müssen sie einfach weg.

Des Liebsten liebste Levis-Jeans lag nun auch schon ewig rum und bei der Anprobe war dann auch klar, warum. Sie passt inzwischen nicht mehr. Also ich bin reingehüpft und habe festgestellt, dass sie die perfekte Boyfriend-Jeans wäre!

DIY – neue Griffe braucht der Schrank

Vor Kurzem ist ein neuer Kleiderschrank bei uns eingezogen. Höher und breiter als der alte, was will man mehr! Die Gelegenheit wurde natürlich auch zu Ausmisten genutzt, aber voll ist er trotzdem noch. Immer wieder erschreckend, wie viel sich so ansammelt über die Zeit. Deswegen kriege ich auch in regelmäßigen Abständen das Bedürfnis, unsere Wohnung etwas zu entschlacken. Manchmal empfinde ich all die Gegenstände als Belastung und denke mir, dass wir mit der Hälfte auch locker auskommen würden. Dabei haben wir gar nicht so viel Überflüssiges, aber in einer kleinen Wohnung wird es nunmal auch schnell voll! Kennt ihr das, oder bin ich die Einzige mit dieser Macke?

Schwarzes Schaf

vorher
vorher

Eines meiner ersten Strickprojekte war ein Pullover mit verdrehtem Vorderteil. Wie gesagt. Es sollte ein Pullover werden. Auf dem Foto könnt ihr aber gut sehen, dass es bei mir eher ein Kleid geworden ist… so habe ich ihn selten getragen, die wollige Schwangerschaftskugel vorne hat mich auch gestört. Das Konzept verdrehter Pulli sah auf dem Anleitungsfoto gut aus, hat in der Praxis aber nicht überzeugt 😉

Eigentlich wollte ich das gute Stück ribbeln und mir eine gemütliche, simple Jacke stricken. Das wäre aber wohl eine Heidenarbeit gewesen, bei dieser inzwischen schon leicht verfilzten Puddelwolle. Auf dem Heimweg von der Arbeit kam mir die Idee: schneiden!

Ich habe also mutig die Schere angesetzt und aus dem Vorderteil ein Stück rausgeschnitten. Dann habe ich jeweils einen Streifen schwarzen Stoff gegen die Kanten genäht (schön auf schön, dann Umklappen und auf der Innenseite festnähen).

Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf

3 Knopflöcher und 3 Knöpfe später war meine Strickjacke fertig! Vom Schrankhüter ist sie innerhalb einer Stunde zu einem echtem Lieblingsstück geworden. Bei diesen Temperaturen kann ich sie allerdings nicht wirklich gebrauchen… aber der Herbst kommt bestimmt.

Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf
Schwarzes Schaf

Kleid = Rock + Top

Beim Bekleidungsschweden habe ich mir vor 2 Jahren ein hübsches Blümchenkleid gekauft. Wenn ich ehrlich bin nur, weil ich den Stoff so schön fand, denn die Passform war nicht besonders gut. Es war etwas kurz und der Ausschnitt saß nicht. Viel schlimmer aber: es ist aus dünnem Chiffon und damit im Sommer eigentlich untragbar, weil durchsichtig! Es sei denn, man will noch ein zweites Kleid drunter ziehen…

Kleid = Rock + Top
-note to self: erst bügeln, dann fotografieren-

Da kam es mir also gelegen, dass ich zwischenzeitlich das Nähen für mich entdeckt habe 🙂 ich wollte das Kleid zu einem Rock machen. Das ging ganz einfach. Ich habe die gesmokte Taille entsmokt, indem ich die dünnen Gummibänder von der Innenseite entfernt habe. Dann habe ich die gewünschte Länge abgemessen, den Rock abgeschnitten und aus einem Rest Chiffon, den ich noch hier hatte, einen passenden Futterrock zugeschnitten.

Die beiden Röcke habe ich rechts auf recht aneinander genäht, gewendet und 2cm neben der Naht nochmal genäht. Dabei habe ich ein kleines Stück offen gelassen. So kann man ganz einfach ein Gummi einziehen, muss das Loch nur noch verschließen und fertig ist der Sommerrock!

Da mir selbst der Minirest noch zu schade zum Wegschmeißen war, habe ich die obere Hälfte des Kleides auch noch auseinander genommen, einen Trapezförmigen Körper zugeschnitten und diesen an die Träger genäht. Den Leinenstoff hatte ich in meinem Fundus; sowohl die Farbe als auch das Material sind perfekt für heiße Sommertage.

Kleid = Rock + Top
Kleid = Rock + Top
Kleid = Rock + Top

Aus einem ewigen Schrankhüter sind so zwei echte Lieblingsteile für den Sommer geworden!

Leider gibt es kein Vorher-Foto. Ich habe das Kleid allerdings auf Kleiderkreisel entdeckt! So sah es vorher aus.

DIY, refashion, aus alt mach neu…

DIY/Refashion/ausaltmachneu…immer diese Modewörter… Ich habe ein Kleid weniger ein neues T-Shirt! Entstanden ist es am selben Tag wie die Lieblingssweatjacke, beim Nähmarathon am h+h Wochenende.

Das Kleid habe ich mal im Sale ergattert: ich fand die Stickerei so schön und habe konsequent ignoriert, dass man es als Kleid kaum tragen kann, weil es furchtbar durchsichtig ist und so eigentlich nur bis zur Hüfte wirklich gut aussah.

Also habe ich es kurzerhand zum T-Shirt umfunktioniert, und das geht so:

  • Kleid anprobieren und abmessen, wie viel abgeschnitten werden kann (hängt von gewünschter Shirtlänge ab).
  • Kleid bügeln, flach auf den Boden legen. Wer (so wie ich) eine Rundung haben will, der faltet es noch in der Mitte. Ich habe zur Orientierung für die Form des Saumes ein anderes T-Shirt draufgelegt.
  • Dann einfach beherzt zur Schere greifen und in der gewünschten Form zuschneiden.
  • Untere Kante umnähen – fertig. Ich habe an den Seiten noch etwas abgenäht, es war doch etwas weit.

DIY/Refashion/ausaltmachneu
DIY/Refashion/ausaltmachneu
DIY/Refashion/ausaltmachneu

Jetzt trage ich es viel lieber als vorher, vor allem bei diesen wunderbar frühlingshaften Temperaturen!
(Die Flecken sind übrigens nur Wasser – habe zu euphorisch gebügelt 😉 )

Kamikaze-Rock

Kamikaze-RockÜber die kostenlosen Schnittmuster von Burda habe ich mich ja bereits bei der Balihose gefreut. Heute habe ich wieder einmal zugeschlagen. Dieser Rock gefiel mir auf Anhieb und musste unbedingt nachgenäht werden! In Planung war eigentlich ein schickes Kleid, in das ich das Ballonrock-Prinzip einbauen wollte (ich brauche noch eins für einen feineren Anlass). Dann aber hatte meine Schwägerin ihre Schals ausgemistet und einen habe ich mir sogleich geschnappt, da mir der Stoff gefiel. Der Rock war also beschlossene Sache und bot mir außerdem die Gelegenheit, den Schnitt schonmal zu üben, damit beim Kleid auch nichts schief geht!

Ich bin total begeistert! Nachdem er 2 Wochen zugeschnitten im Schrank lag, da meine Nähmaschine mal wieder gestreikt hat, habe ich ihn gerade in gut 1,5 Stunden fertig genäht! Jetzt muss es nurnoch wärmer werden, dann kann ich ihn ausführen. Wobei – mit Strumpfhose macht er den Unitag morgen bestimmt etwas schöner 😉

Fazit: in Schaltüchern versteckt sich unheimlich viel Stoff, aus dem man vielleicht noch das eine oder andere nette Teil zaubern kann! Mittlerweile bewahre ich Aussortiertes auf, wenn der Stoff mir gefällt! „Aus-alt-mach-neu“ ist außerdem nachhaltiger und schont somit die Umwelt und das Studentenbudget!

Kamikaze-Rock
Kamikaze-Rock
Kamikaze-Rock

Der Anleitung bin ich allerdings natürlich nicht wieder 100%-ig gefolgt… ich glaube, mein Rock ist etwas länger (da er höher sitzt) und auf den Reißverschluss hatte ich keine Lust, also habe ich ein Gummi eingenäht.