In eigener Sache: „Monsanto – mit Gift und Genen“

Heute gibt’s mal wieder einen neuen Link bei „Gesehen“. Es geht um ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt, Ernährung und Landwirtschaft. Es ist eine längere aber sehenswerte Doku über Monsanto, GVOs (gentechnisch veränderte Organismen), deren Zulassung in Amerika, Auswirkungen des weltweiten Anbaus und die Rolle der FDA (Food and Drug Administration), Lebensmittelüberwachungs- und Zulassungsbehörde für Arzneimittel in Amerika.

Wer Monsanto nicht kennt: ein Agrar/Biotechnologie/Cehmiekonzern, welcher weltweit Saatgut und Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel) vertreibt, auch GVOs.

Das Thema ist sehr aktuell und für den Laien zugegebenermaßen schwer zu durchblicken. Trotzdem versuche ich, mich damit auseinanderzusetzen. Ich will wissen, in welcher Welt ich lebe und ich will Einfluss auf die Welt nehmen, die ich meinen Kindern einmal hinterlassen werde.
In diesem Zusammenhang kann ich übrigens auch das Buch „Food Crash – wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ sehr empfehlen. Wer mich kennt darf sich das auch gerne bei mir ausleihen 😉

Auch wenn ich nur eine von milliarden Menschen auf dieser Erde bin – ich bestimme selbst, wie ich mich verhalte und ich habe den Anspruch das so verantwortungsvoll und bewusst zu tun, wie ich kann. Das gilt für den Umgang mit anderen Menschen, der Umwelt, mir selbst, für mein Kaufverhalten undundund. Perfektion anzustreben ist dabei wohl eher kontraproduktiv und ich will auch nicht behaupten, dass ich mich zu 100% korrekt verhalte – im Gegenteil!!! Aber wenn ich mich über etwas informiere oder etwas lerne, dann kann ich es auch in mein (Kauf-)Verhalten integrieren.
Ich finde es wichtig, dass wir das alle tun. Denn es macht einen Unterschied, ob ihr für eine Packung konventionelles Mehl 30 cent bezahlt oder ein zertifiziertes für 1 Euro kauft. Dass es nur eine kleine Verbesserung ist und ja längst nicht ausreicht sind ja immer die Lieblingsargumente gegen Bioeier und Demeter-Dinkelmehl. Ist das ein Grund, es daher ganz bleiben zu lassen? Wie gesagt, man kann nicht alles richtig machen. Aber jeder findet irgendwo bei sich eine winzige Kleinigkeit, die er ändern kann. Und das sollten wir dann auch tun!

Besonders aktuell wird das jetzt auch durch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU (u. a.). Die Verhandlungen darüber werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der nationalen Parlamente von Industrielobbyisten geführt. Wer die heute Show am Freitag geguckt hat nicht nur gesehen, dass ein Vertreter der deutschen Industrie auf die Frage, ob das denn noch demokratisch ist mit den Worten „demokratisch ist es nicht, aber was ist schon in diesem Leben demokratisch“ geantwortet hat, sondern auch, dass die IHK Bayern dies in ihrer Stellungnahme so einschätzt: „Die Verhandlungen dürfen ferner nicht zu früh von wirtschaftsfremden Themen, wie z. B. von sozialen und ökologischen Belangen sowie vom Verbraucherschutz, überlagert werden.“

Einmal verabschiedet, kann das Abkommen nur noch geändert werden, wenn alle Beteiligten den Änderungen zustimmen.
Dass das gesamte Thema so an uns vorbei geschleust wird, ist einfach nur traurig. Statt Nachrichten und Kommentaren über Petitionen gegen Markus Lanz sollten vielleicht lieber über so etwas mal etliche Artikel täglich veröffentlicht werden. Und mehr Leute könnten einfach mal hier vorbei schauen, vielleicht ist ja mit Demokratie doch etwas zu bewegen 😉 Ich habe die Petition unterschrieben. Was mit Markus Lanz passiert, ist mir egal.

Danke für’s durchlesen. Im nächsten Beitrag gibt’s wieder Bilder, versprochen!

2 thoughts on “In eigener Sache: „Monsanto – mit Gift und Genen“

  1. Die Doku werde ich mir bei Gelegenheit noch anschauen.

    Was Monsanto betrifft, lässt sich ein ähnliches Schema beobachten, wie bei den aktuellen Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen: Konzerninteressen werden über die Interessen der Gesellschaft und der Menschen gestellt (mit der Argumentation, dass es den Menschen gut geht, wenn es der Wirtschaft gut geht). Am Ende lassen sich dann plötzlich Gensequenzen von Pflanzen patentieren, Bauern werden abhängig gemacht und aus Menschen werden Verbaucher (und nicht mal deren Schutz wird gewährleistet, siehe entlarvender Kommentar der IHK Bayern).

    Besonders bedenklich am Freihandelsabkommen ist meiner Meinung nach vor allem die Verschiebung der Machtverhältnisse von demokratisch gewählten Regierungen zu gewinnorientierten Unternehmen, die das Abkommen hervorrufen würde. Dass sich die Verträge kaum noch ändern lassen, wenn sie einmal unterschrieben sind, ist einfach nur fahrlässig. Möglich wird diese Struktur durch den massiven Lobbyeinfluss auf die nicht öffentlichen Verhandlungen. Insofern bin ich froh über die Petition (die ich auch unterschrieben habe), das Thema muss dringend unter Beobachtung der Öffentlichkeit gestellt werden.

    • Das kann ich nur unterschreiben. Und wie wenig die Öffentlichkeit davon mitbekommt erschreckt mich immer wieder auf’s Neue.

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